Elektropolitur

Das Elektropolieren ist ein elektrochemisches Abtragverfahren mit Fremdstromquelle. In einem speziell auf das Material abgestimmten Elektrolyt wird das Material von dem zu bearbeitenden Werkstück anodisch abgetragen.

D. h. das metallische Werkstück bildet die Anode in einer elektromechanischen Zelle. An Unebenheiten der Oberfläche löst sich das Metall aufgrund von Spannungsspitzen bevorzugt auf. Der Abtrag erfolgt für das Werkstück belastungsfrei.

Anwendungen

Verringerung der Oberflächenrauigkeit, Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit der Oberfläche, feine Kantenverrundungen.

Das Elektropolieren kann nur auf den Aussenoberflächen der Kanülen angewendet werden.

Die Teilegrösse ist beschränkt auf max. 500 x 500 mm.

Elektropolituranlage

Topografie

  • Veränderung von Nachbarschaften durch belastungsfreien Materialabtrag
  • Deutliche Reduzierung der Rauheit und des Flächenverhältnisfaktor f durch gezielte Mikroglättung
  • Erhöhung des Glanzgrades

Morphologie

  • Entfernung aller geschädigten Oberflächenschichten durch gezielten, belastungsfreien Materialabtrag bis zur ungestörten, reinen Austenitphase
  • Ausbildung einer chromoxid-reichen Passivschutzschicht

Energieniveau

  • Reduzierung der Oberflächenspannung auf den spezifischen Werkstoffkennwert von Austeniten

Topographie und Morphologie funktionaler Edelstahloberflächen, expert Verlag, Kontakt & Studium, Band 691, 2008, Seite 111, Bild 125

Eigenschaften von elektropolierten Oberflächen

  • Glatte, glänzende Oberfläche
  • Metallisch rein
  • Hohe Korrosionsbeständigkeit
  • Optimales Reinigungsverhalten
  • Gut schweiss- und lötbar
  • Entgratet im Mikrobereich